Edition Schöne Bücher

18. Dezember

Die Geschichte von unserem Weihnachtsbaum

»Jetzt wird es aber Zeit!«, sagte Mama energisch beim Frühstück. »In zwei Tagen ist es Weihnachten, und wir haben noch keinen Weihnachtsbaum.«
Papa hob den Blick aus seiner Lektüre und antwortete: »Oh, dann schlage ich vor, dass wir das heute ändern. Was meinst Du, nehmen wir Josephine mit?«, fragte er mit einem Augenzwinkern.
»Wir haben ab heute Ferien!«, rief Jo. »Bitte, bitte, ich möchte so gerne mit.«
»Selbstverständlich darfst du mit«, sagte Mama. Gleich nach dem Frühstück gingen sie los. Alle waren warm angezogen. Papa trug eine Säge, die er sich von Onkel Robert ausgeliehen hatte. Mama hatte einen Rucksack mit einer ›Notration‹ dabei. Josephine zog den Schlitten, auf dem sie später den Tannenbaum transportieren wollten. Als sie am Wichtelhaus vorbeikamen, sahen sie, dass sich Ragna, Lars und ein paar andere Wichtel ebenfalls auf den Weg zum Wald machten. Lars erinnerte Josephine an das morgige Weihnachtssingen und bat sie, es Floh und Linda weiterzusagen.
Am Waldrand trennten sich ihre Wege. Josephine staunte über die dicken Schneemützen auf den Bäumen. Es war fast unmöglich zu sagen, wie sie ohne die weißen Hauben aussehen würden. Mama bestand auf einem gerade gewachsenen Baum. Seine Astreihen sollten unten breit sein, aber nicht zu breit. Die einzelnen Etagen hätte sie gerne eng übereinander, aber mit ausreichendem Abstand für die Kerzen. Er sollte nicht zu groß, aber auch nicht zu klein sein.
»Oje,«, entwich es Papa. »Vielleicht hätten wir besser einen Baum bei Onkel Robert bestellt und ihn einfach nur grün angestrichen.«
Mama zog die Brauen hoch. »Ich kann nichts dafür, dass du nicht ausgeschlafen bist«, sagte sie spitz. Mama und Papa blieben stehen und sahen sich fest in die Augen. Dann grinsten sie und umarmten sich. Josephine stand sprachlos daneben. »Alles in Ordnung«, beschwichtigte Mama Josephine. »Ja«, bestätigte Papa. »Und nun wollen wir den schönsten Weihnachtsbaum aussuchen, den die Welt je gesehen hat.« Fröhlich stapften sie durch den Schnee. Sobald sie einen Baum ausgemacht hatten, der möglicherweise Mamas strengen Anforderungen entsprechen könnte, rüttelte Papa an seinem Stamm. Der Schnee rieselte von den Ästen und man konnte erkennen, wie der Baum gewachsen war. Er wurde kritisch beäugt und nicht ausgewählt. Zu dichte Äste: »Da passen keine Kerzen hin.« Zu lichte Äste: »Wo sollen wir denn den Weihnachtsschmuck aufhängen?« Zu klein, zu groß, zu breit oder zu schmal. Josephine konnte die vielen Einwände nicht verstehen. Sie wollte endlich einen Weihnachtsbaum. Während sich ihre Eltern noch vor einem nur leicht schiefen Exemplar berieten, rüttelte sie einige Schritte entfernt an einem andern Baum, um ihn vom Schnee zu befreien. Bei Papa hatte das so leicht ausgesehen, aber Jo musste sich anstrengen, damit der Baum überhaupt wackelte. Als sie es endlich geschafft hatte, wurde sie von einer Schneewolke eingehüllt. Laut quietschend hüpfte sie zur Seite. Mama und Papa lachten und klopften ihr den Schnee von den Kleidern. Jo lachte mit. Dann begutachteten alle den freigelegten Baum.
»Das ist der schönste Weihnachtsbaum der Welt!«, rief Josephine begeistert. »Sehr schön«, murmelte Papa und blickte Mama fragend an.
»Ja, sehr schön!«, bestätigte Mama. »Dann wollen wir mal!«, sagte Papa und nahm die Säge. Mama und Josephine hielten den Stamm aufrecht, während Papa den Baum absägte. Gemeinsam banden sie ihn auf den Schlitten. Bevor sie sich auf den Heimweg machten, gab es für alle einen Becher heißen Tee und ein paar Plätzchen. So gestärkt war der Heimweg wie ein Spaziergang trotz des schweren Schlittens. Schwieriger gestaltete sich allerdings der Transport auf den Dachboden, doch mit vereinten Kräften schaffen sie es. Papa befestigte den Weihnachtsbaum im Ständer und trug ihn ins Wohnzimmer, wo er einen herrlichen Duft verbreitete.
»Jetzt ist es Zeit fürs Mittagessen und eine kleine Pause zum Aufwärmen, bevor wir den Baum schmücken«, verkündete Mama. Jo und Papa waren einverstanden.
Ausgeruht und gesättigt trafen sie sich später im Wohnzimmer. Mama hatte mehrere Kartons neben den Baum gestapelt.

»Zuerst bringen wir die Kerzen an, dann die Kugeln und zum Schluss Josephines gebas

telte Weihnachtsbaumkette«, bestimmte Mama. »Papa schmückt den Baum im oberen Bereich, Josephine unten und ich nehme die Mitte.«
»Einverstanden«, sagten Jo und Papa und machten sich ans Werk. Bald schon glitzerte und funkelte der Weihnachtsbaum in allen Farben. Jetzt war er wirklich der schönste Weihnachtsbaum der ganzen Welt!

Und damit du auch einen schönen Weihnachtsbaum hast, kannst du dir eine Bau- und Schmückanleitung samt Baum und Schmuck herunterladen. Am Besten schneidest du den Baum und den Halter aus Fotokarton aus, dann steht er besser. Wenn du die Vorder- und Rückseite zusammeklebst, ist alles auf beiden Seiten bunt.

Download Download und Download

Viel Spaß und viel Erfolg wünscht

deine Josephine

Jo-in-Latzhose

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