Edition Schöne Bücher

24. Dezember

Heute ist es soweit! Leider kommt der Weihnachtsmann erst, wenn es dunkel wird. Es dauert also noch ein Weilchen. Ich schenke dir das Lied von Rudolf Rotnase, das Elfi für dich als MP3 aufgenommen hat, und die Fortsetzung von Rudolfs Geschichte.

Zur Mittagszeit fanden sich alle Rentiere, die im richtigen Alter waren, auf dem Marktplatz ein, wo der Weihnachtsmann sie schon erwartete. Es waren sehr viele Bewerber gekommen. Alle waren ein wenig zappelig und nervös. Auch Rudolf. Und je länger Rudolf warten musste, umso aufgeregter wurde er.

Rudolf mit der roten Nase

Rudolf mit der roten Nase

Als die Reihe endlich bei ihm angelangt war, glühte seine Nase vor Aufregung fast so hell wie die Sonne selbst. Der Weihnachtsmann trat zu ihm hin, lächelte ihm freundlich zu und – schüttelte den Kopf. »Nein«, sagte er, »leider kann ich dich nicht anspannen. Die Kinder würden vor deiner Nase erschrecken.«
Rudolf konnte nichts erwidern, er war wie vor den Kopf geschlagen. Dass sich Kinder vor ihm fürchten könnten, hatte er nicht vermutet. Der Weihnachtsmann ging weiter und bestimmte seine acht Rentiere. Dann liefen alle wieder nach Hause, nur Rudolf nicht. Betrübt schlich er in den Wald und blieb dort, bis es dunkel wurde. Erst dann ging er nach Hause. Seine Eltern und Geschwister hatten sich große Sorgen gemacht und waren überglücklich, Rudolf gesund wieder zu haben. Sie trösteten ihn und versuchten ihn aufzumuntern, aber an diesem Abend gelang es ihnen nicht.«
»Da wäre ich aber auch traurig«, sagte ich.
»Aber die Geschichte ist ja noch nicht zu Ende. Im Dezember scheinen die Tage doppelt so schnell zu vergehen wie in anderen Monaten, so auch damals. Weihnachten stand fast vor der Tür, und niemand bemerkte, dass das Wetter immer schlechter wurde.
Am Weihnachtstag zogen plötzlich rabenschwarze Wolken auf, so dass es mittags schon fast so dunkel war wie sonst am Abend. Und dann begann es auch noch zu schneien. Große Schneeflocken fielen so dicht, dass man kaum die Hand vor Augen erkennen konnte. Der Weihnachtsmann blickte besorgt zum Himmel und sagte: »Bei diesen Schneesturm werden die Kinder wohl vergeblich auf mich warten, denn wenn ich jetzt anspanne, kann ich vom Kutschbock aus noch nicht einmal die Rentiere sehen, die den Schlitten ziehen. Wie soll ich da den Weg zu den Kindern finden?« Er seufzte tief und zog sich Mantel, Stiefel und Mütze an, um wenigstens den Rentieren und Wichteln ein frohes Weihnachtsfest zu wünschen. Und während er so von Haus zu Haus ging, überlegte er immer wieder, ob es nicht doch eine Möglichkeit gäbe, den Kindern die Geschenke zu bringen.
Da traf er Rudolf, der gerade dabei war, einen Tannenbaum nach Hause zu tragen. Er war stolz, dass er diesen schönen Weihnachtsbaum gefunden hatte. Glücklich darüber und voller Vorfreude auf die Bescherung leuchtete Rudolfs Nase wie eine Laterne. Als der Weihnachtsmann ihn so daherkommen sah, wusste er plötzlich, dass die Kinder doch noch ihre Geschenke bekommen würden.
»Hallo, Rudolf!«, rief er. »Du bist ganz genau der, den ich heute am meisten brauche. Bei diesem Schneesturm kann man ja die Hand vor den Augen nicht erkennen. Wärest du so nett und würdest vor meinem Schlitten herlaufen und mir so den Weg zu den Kindern zeigen?«
Zuerst war Rudolf sprachlos vor Freude. Doch dann rief er: »Ja, ja, ja! Furchtbar gerne würde ich das!« Und seine Nase leuchtete vor Aufregung noch viel doller als je zuvor.«

Eine tolle Geschichte. Und jetzt dauert es auch gar nicht mehr lange bis zur Bescherung.

Ich wünsche dir und deinen Eltern, Freunden und Verwandten ein wunderschönes Weihnachtsfest. Und wenn du noch nicht genug von meinen Geschichten gelesen hast, kannst du dir ja mein Dezember- und Wintergeschichtenbuch wünschen: Josephine, die Weihnachtsmaus – für nächstes Jahr.

Alles Liebe, deine Josephine

Jo-in-Latzhose

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